72h OHNE Kompromiss MIT Bagger & Feuerwehr & Mehr

Wenn man unsere Schule kennt, wird man Folgendes bestätigen können: die Möbel passen nicht 100% zusammen, es gibt einiges, das nur provisorisch ist – und das seit Jahren. Auch im Garten ist es derzeit relativ verwachsen, …. Also absolut nicht perfekt - und damit der Garten ein bisschen perfekter wird, hatte meine Mama eine grandiose Idee!!! Sie bewarb sich bzw. unsere Schule bei der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ mit dem Projekt, unseren Teichbereich neu zu gestalten. Und tatsächlich – letzten Mittwoch kamen sechs Jugendliche und eine Betreuerin in die Schule. Ihr Ziel war: unseren Teich, in 72 Stunden, komplett zu „renovieren“.

Schon Tage vorher war die Frage „wie sind die Leute, die kommen? Sind die nett? Wie alt sind sie?“ in der Schule Hauptthema. Und endlich waren sie da! Das Erste, das ich von ihnen gesehen habe, waren die Berge von Gepäck, die sich vor der Schultür gestapelt hatten. :-) Direkt nach dem Morgenkreis und der Vorstellrunde ging es los; Gummistiefel, Arbeitshandschuhe und Regenjacke (ja, es regnete) wurden angezogen und die ganze Truppe wanderte zum Teich. Der erste Arbeitsschritt bestand darin, die Steine, die in und um den Teich lagen, auszugraben und zu stapeln. Ich muss ehrlich sagen, diese Arbeit war sch***, vielleicht half ich deswegen am Anfang nicht so richtig mit. :S

Christoph, einer der Jugendlichen, sah das genauso und meckerte und nervte solange, bis sich meine Mama erbarmte und ein Baggerunternehmen anrief. Ihre Bedingung – egal, wer kommt, kosten darf es nix. So schnell konnten wir gar nicht schauen, waren zwei Herren von der Baggerfirma hier und begutachteten den Garten. Wir standen kopfschüttelnd daneben und sagten im Dauerdurchgang „das wird nix, solange wie die das anschauen, wollen sie das eh nicht“. Tja, da haben wir wohl falsch gesagt, denn wir wurden positiv überrascht und zu Mittag stand ein BAGGER mitten in unserem Schulgarten!!! Das war vielleicht eine Aufregung. :) Wir dachten „zwoa oda dreimoi hin und herfoan und guad is's“. Damit lagen wir gewaltig falsch. Insgesamt drei Stunden grub und schob der Bagger in unserem Teich herum. Er riss die Teichfolie und das Vlies heraus, schichtete die abertausenden Steine um, … Und zum Dank bekam er grade Mal eine Flasche Bier. Wir dokumentierten die Aktion natürlich mit dem Fotoapparat, damit wir uns bis in alle Ewigkeit daran erinnern. Und ich bin mir sicher, dass wir uns bis in alle Ewigkeit an den Baggerfahrer erinnern werden. Wir hatten nämlich nichts zu tun, während er unseren Garten umgegraben hat und deswegen hat meine Schwester die ganze Zeit fotografiert. Ich glaube, es gibt insgesamt 30 Fotos vom Baggerfahrer. ;)

Am nächsten Tag war die Motivation ehrlich gesagt doch deutlich gesunken, weil es schon wieder regnete. Zwar zuerst nur „a bisserl“, aber bald wurde daraus „a bisserl mehr“, wir fürchteten schon, dass ein Gewitter aufziehen würde und der Großteil flüchtete in die Schule hinein. Nur der harte Kern - zu dem ich selbstverständlich gehörte ;) - blieb draußen. Wir wollten nur noch schnell das Vlies und die Teichfolie in den Teich legen und dann ebenfalls hineingehen. Ja denkste – aus welchem Grund auch immer, war die Grube zu groß für die Folie. Tatsache war: wir mussten mehr Sand holen, um das Niveau vom Teichgrund zu heben. Vom Parkplatz... Den Berg hinunter... Wo alles gatschig und rutschig war… Die Begeisterung hielt sich verständlicherweise in Grenzen...

ABER: Wir sind ja doch ganz schön hart im Nehmen, also schnappten wir uns die Scheibtruhen und Schaufeln und stapften den großen, großen Berg hinauf. Am Nachmittag legten wir dann endlich die Teichfolie auf und stapelten wieder Steine rund um den Teich. Wir hatten schon Angst, den Teich mit dem Gartenschlauch einlassen zu müssen, was vermutlich ziemlich lange gedauert hätte. Aber zum Glück kam die Feuerwehr und pumpte uns im Handumdrehen 7000 Liter Wasser in den Teich.

Ich finde, das Projekt ist im Großen und Ganzen positiv verlaufen. Ein paar der Mädels, die gekommen sind, waren zwar nur mäßig motiviert (ihnen wurde gesagt, sie kommen zu einem Projekt in einer Krabbelstube). Aber dennoch packten alle ordentlich an.

Und immerhin können wir alle sagen: „Wir haben in 72 Stunden einen NEUEN TEICH gemacht“ und das ist doch wirklich keine schlechte Leistung! :D

(Mirjam, Sekundaria-Schülerin, 15J.)

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