EVS - März 2017

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Der Frühlung küsst unsere Wange

In diesem Monat begann ich ein neues Angebot: technisches Zeichnen in Beziehung zu Mathematik, also Geometrie mit räumlicher Perspektive. Dabei verwendete ich - in Erinnerung an meinen Mathematiklehrer - die Ideen, die ich letztes Jahr von ihm gelernt hatte. Angel Ramirez wollte in einer öffentlichen High School auf spielerische Weise Mathematik mit Logik unterrichten und wurde dafür viel kritisiert. Es ist schwierig heutzutage einen solchen Lehrer im öffentlichen System zu finden, denn er lehrte einfach ohne Schulbuch und misstraute Prüfungen. Die Schüler liebten die Herausforderung, die ich stellte. Schade, dass ich Angel nicht voller Stolz davon erzählen konnte.

Weiter mit der Schule: drei Mädchen nehmen weiterhin sehr gerne am Spanischangebot teil. Um Vokabel über den Körper und die Kleidung zu lernen, zeichnete ich selber Figuren und Kleidungsbögen, was sie gern mochten. Wenn sie am nächsten Tag selbständig mit dem Material arbeiten, merke ich, dass sie interessiert sind und eine Aktivität mögen. Beim Zahlenlernen sind die Mädchen schneller mit dem Spanischen als ich mit dem Deutschen.

In diesem Monat hielt Gabriela, eine in respektvoller Begleitung von Kindern erfahrene Frau, ein Seminar für Eltern und LernbegleiterInnen. Wir erzählten einige Situationen aus unserer Schule und überlegten gemeinsam, wie man damit anders umgehen könnte. Eine kleine Reflexion dazu möchte ich mit euch allen teilen: Manchmal haben Erwachsene einen schlechten Tag, doch wir sollten unsere Laune nicht auf die anderen übertragen und schon gar nicht auf die Kinder. Es geht darum, mit uns selbst ehrlich umzugehen.

Manchmal erkennen wir die Notwendigkeit einer Grenze. Dabei soll uns klar sein, ob sie für die Kinder oder für uns selber wichtig ist. Oder manchmal zweifeln Eltern daran, ob diese Form der Begleitung wirklich angemessen ist und ob ihre Kinder genug lernen. In unserer Gesellschaft sind gewisse Regeln üblich, um die etablierte Norm nicht zu brechen, wie z.Bsp. das Alter zum Studienbeginn, zum Heiraten oder um Kinder zu bekommen. Das gleiche gilt für Kinder: sie sollten mit sechs (oder sogar früher) lesen und schreiben lernen, um dann gleich die nächsten Dinge zu lernen. Wieder sollen wir uns selber fragen, ob „Lesen mit sechs Jahren“ wirklich ein Bedürfnis des Kindes ist, oder ob es die Gesellschaft fordert und uns Erwachsene deshalb in Zugzwang bringt. Natürlich wird das Kind lesen lernen. Doch wenn das aus eigenem Interesse passiert, dann wird es durch den inneren Antrieb viel einfacher sein. Für mich gibt es nichts Besseres als Tag für Tag in der Freien Schule zu verbringen und die Entwicklung eines jeden Kindes zu beobachten, um mir bewusst zu werden, dass diese Art der Erziehung funktioniert. Ja, sie lernen viele Dinge! Jedoch nicht die Dinge, die wir von ihnen erwarten, sondern diejenigen, für die sie sich in diesem Moment interessieren.

Hier überrascht dich jeder Tag und jedes Kind. Zum Beispiel lernt ein sechsjähriges Mädchen nach und nach lesen und interessiert sich für die Klänge von Buchstaben. Und manchmal kommt sie zum Spanischangebot, um einzelne Wörter auf Spanisch zu schreiben (obwohl sie noch nicht weiß, wie man diese Wörter auf Deutsch schreibt). Eines Morgens überraschte sie mich mit einer Zeichnung auf der Tafel mit einer englischen Widmung für mich. Zuvor fragte sie eine andere Lernbegleiterin, wie man die Wörter schreibt. Dieses Detail gefiel mir wirklich sehr, weil dieses Mädchen für eine Verständigung mit mir immer echte Anstrengungen unternimmt. Dank ihrer Bemühungen gelingt es mir, mit ihr von allen Kindern der Schule am besten zu kommunizieren.

In die Freie Schule kommen zweimal jährlich Studierende der Pädagogischen Hochschule, um ihr Blockpraktikum zu absolvieren. Im März kamen zwei Studentinnen, um zu hospitieren. Sie unterstützten uns und machten einige coole Angebote.

Wir machten zwei Ausflüge: zu einem Skatepark und in einen Motorikpark. Auf dem Weg zum Motorikpark fuhren wir mit dem Zug durch St. Georgen, wo die Schule in den vergangenen Jahren war. Die Kinder waren sehr aufgeregt und nervös, bevor sie den Bahnhof in St. Georgen passierten. Sie streckten ihre Hände aus den Fenstern und schrien vor Begeisterung. Es schien, als würden wir ins Wunderland reisen oder nach zehn Jahren nach Hause zurückkehren! Verrückt!!

Außerdem gab es noch viele verschiedene Sachen ... Konstruktionen mit Holz, ... die Schaffung eines neuen Pflanzenbeets in einem kleinen Bereich des Gartens, ... das Knüpfen von Armbändern und Halsketten mit Looms, ... viele Rollenspiele aus ihrem Lieblings-Abenteuer-Buch (Bibi und Tina), ... Federball und Tischtennis, auch Drehen und Werfen des Diabolo, ... Gebrauch des Mikroskops, ... zweimal ein Besuch im Hallenbad, ... Übungen mit dem Einrad, ... eine Geburtstagsfeier … und mit Eimer und Schaufel viel Arbeit im Sandkasten.

Und mit dem Frühling, der unsere Wange küsst, verabschiede ich mich bis zum nächsten Monat!

Spring kisses our cheek

This month I have started a new offer on technical drawing and its relationship with mathematics, exactly with geometry, and also spatial vision in three dimensions using perspective. For this I used ideas which a mathematics teacher taught me last year in a seminar and, in his memory, I wanted to take it to School. Angel Ramirez was a teacher who fought to teach mathematics in a playful way using logic in a Public High School and he had to put up with many comments which discredited him. Today it is difficult to find such a teacher in the Public System, because his teaching was without a textbook and he did not trust the exams. The students loved the challenge that I proposed, what a pity that I could not tell Angel about it and full of pride.

Continuing with the school, another offer that three girls like so much is to learn some Spanish. To know vocabulary of clothes and the human body I used my own drawings as a cut-out and they liked it a lot. I realized that, if they like an activity, I see them next day continuing with the same and for themselves, then they are interested. We have also started to know the numbers in Spanish and they have taken the mechanic to learn it faster than me learning numbers in German.

During this month parents and educators had a seminar with Gabriela, a friend from another school who has experience in respectful accompaniment in free schools. So we shared with her some situations which occur in the school, after we discuss them and think together how to manage them in the best way. Here I write a small reflection that I want to share with all of you: Sometimes the adults have a bad day and we should not mix our bad day with others, much less with our children. It is about looking at ourselves and being sincere.

Sometimes we put a limit or we see a necessity and we have to know if it is for the children or, on the contrary, it is our own necessity and it is for us. Other times some parents have doubts about whether this type of education is really appropriate and whether their children are learning something. We are surrounded by a society that sets us some guidelines that must be followed in order not to leave the established norm (for example the age to get married, have children or the age to start university, etc.). Well, with children, it is the same; for example the established norm is to start reading and writing at age of six (or even earlier) and after they will overcome a series of skills which will make them to pass to the next course. So once again, we must look at ourselves and know if "reading at age of six" is really a child's need or it is something imposed by society and, therefore, a need of us, the adults. Of course the child will learn to read, but when he or she wants and feels that interest, then it will be much easier, because there will be a motivation which makes that learning flows. For me there is nothing better than spending day after day in the Freie Schule and see the evolution of each child and then, to be aware that this type of education works. Yes, they learn, and many things! But not the things that we expect they learn, only the things they feel to be interested in that moment.

Here every day and every child surprises you. For example, a six-year-old girl who is learning to read little by little is interested in the sounds of letters and sometimes she comes to my offer of Spanish, she writes loose words in Spanish (when she still does not know how to write these words in German). One morning I was surprised with a drawing on the blackboard from her with a dedication written in English for me. To make it she asked for help to another educator to knew how to write it. I really liked her detail because this girl always makes real efforts to communicate with me and, moreover, she is the best child with whom I communicate of the whole school thanks to her efforts.

The Freie Schule receives some university students on two occasions per year. This month of March two students came and, in addition to seeing the operation of the school, they gave us a hand and they made some cool offers.

We have had two excursions, one to a skate park and another to a place where they could do balances. On the way to the balance-park we went by train and we passed by St. Georgen, the town where the school was the previous years. The children were very excited and nervous before passing the St. Georgen Station, they were puting their hands out the windows and screaming with emotion. It seemed we were traveling to Wonderland or coming back home after ten years! Crazy!!

Otherwise there have been so many different things... constructions with wooden material,… the creation of a new plants-garden in a small area of ​​the garden,... the elaboration of bracelets and necklaces with colored gummies,… so many games of roll playing with their favourite adventure book (Bibi and Tina),… we were playing ping-pong and table-tennis, also handling of the diabolo, ...some of them have used the microscope, … we visited the pool twice,… they made balances with the unicycle, … we had a birthday and they did so much work in the sandbox from the garden with bucket and shovel.

And with spring kissing our cheek, I say goodbye: until next month!

La primavera nos besa la mejilla

Este mes he comenzado una nueva oferta sobre dibujo técnico y su relación con las matemáticas y así trabajar la geometría y la visión espacial en tres dimensiones utilizando la perspectiva. Para ello utilicé ideas que un profesor de matemáticas me enseñó el año pasado en un seminario y, en su memoria, quise llevarlo a cabo en la escuela. Ángel Ramirez era un profesor que luchó por enseñar las matemáticas de una forma lúdica usando la lógica en un instituto público y se tuvo que aguantar algunos comentarios que lo desprestigiaban. Hoy en día es difícil encontrar a un profesor así en un centro público, pues su forma de enseñar era sin libro de texto y no confiaba en los exámenes. A las alumnas les encantó el reto que les propuse, qué pena no poder contárselo llena de orgullo a Ángel.

Continuando con la escuela, otra de las ofertas que les gustan a tres niñas es aprender algo de español. Para conocer vocabulario de ropa y del cuerpo humano utilicé dibujos propios a modo de recortables y les gustó mucho. Percibo si les gusta una actividad cuando las veo al día siguiente continuando con lo mismo y por ellas mismas, se les ve interesadas. También hemos empezado a saber los números en español y han captado la mecánica más rápido que cuando yo tuve que aprendérmela para los números en alemán.

Durante este mes los pa/madres y educadores/as hemos tenido un seminario con Gabriela, una amiga de la escuela que tiene mucha experiencia en el acompañamiento respetuoso en escuelas libres. Con ella pudimos compartir situaciones cotidianas que se dan en la escuela y así debatirlas y pensar juntas la mejor forma de gestionarlas. Aquí aprovecho y escribo una pequeña reflexión que me apetece compartir: A veces los y las adultas tenemos un mal día y no deberíamos de mezclar nuestro mal dia con los demás, y mucho menos con nuestros hijos o con los/as niños/as. Se trata de mirarnos a nosotras mismas y ser sinceras. A veces ponemos un límite o vemos una necesidad y tenemos que saber diferenciar si eso es por y para los niños o, si por el contrario, es algo nuestro y es por y para nosotros. Otras veces algunos pa/madres tienen dudas de si realmente este tipo de educación es la adecuada y de si sus hijos/as están aprendiendo algo. Estamos rodeados de una sociedad que nos marca unas pautas que hay que seguir para no salirse de la norma establecida (desde la edad para casarte y tener hijos o la edad para empezar la universidad, etc). Pues con los niños pasa igual; por ejemplo lo establecido es que empiecen a leer y a escribir a los seis años (o incluso antes) y conforme pasen los años vayan superando una serie de competencias que les hacen pasar de curso. Así que una vez más, debemos de mirarnos a nosotras mismas y saber si “leer a los seis años” es realmente una necesidad del niño o es algo impuesto por la sociedad y, por tanto, una necesidad de nosotros, los adultos. Por supuesto que el niño/a aprenderá a leer, pero cuando él o ella quiera y sienta ese interés, entonces será mucho más fácil, pues habrá una motivación que haga que fluya ese aprendizaje. Para mí no hay nada mejor que pasar día tras día en la Freie Schule y ver la evolución de cada niño/a y ser consciente de que este tipo de educación funciona. Sí que aprenden, iy muchas cosas!, pero no las cosas que nosotros/as esperamos y queremos que aprendan, sino las cosas que sienten interés en ese momento.

Aquí cada día cada niño te sorprende. Por ejemplo, una niña de seis años que está aprendiendo a leer poco a poco, se interesa por los sonidos de las letras y, a veces, viene a mi oferta de español y escribe palabras sueltas en español (cuando todavía no sabe ni cómo se escriben en alemán). Una mañana me sorprendió con un dibujo en la pizarra y una dedicatoria escrita en inglés para mí, para ello pidió ayuda a otra educadora para saber escribirlo. Me gustó mucho el detalle porque esta niña siempre hace verdaderos esfuerzos para comunicarse conmigo y, es más, es con la que mejor me comunico de toda la escuela.

La Freie Schule recibe en dos ocasiones al año estudiantes en prácticas de la universidad. Este mes de marzo dos estudiantes han venido y, además de ver el funcionamiento de la escuela, nos han echado una mano y han hecho ofertas.

Las dos excursiones del mes han sido a un parque de patinar y a un parque motórico donde hacer equilibrios. En el trayecto a éste fuimos en tren y pasamos por St Georgen, el pueblo donde ha estado la escuela los años anteriores. Los/as niños/as estaban emocionadísimos perdidos con pasar por allí, asomándose por las ventanas y gritando de emoción. Parecía que viajábamos a Wonderland o a casa tras diez años sin haber ido.

Por lo demás ha habido de todo... desde construcciones con material de madera,... la creación de un nuevo huerto en una pequeña zona del jardín,... la elaboración de pulseras y collares con gometas de colores,... mucho juego de roll playing con su libro de aventuras favorito (Bibi y Tina),... unos toques a la pelota de ping-pong,... alguna ojeada que otra por el microscopio,... dos visitas a la piscina,... equilibrios con el monociclo,... también hemos manejado el diábolo, ha habido un cumpleaños y mucho trabajo en el arenero del jardín a base de cubo y pala.

Con la primavera besándonos la mejilla me despido, hasta el próximo mes!

Fotos / Photos / Fotos

Virginia war unsere Freiwillige Helferin/ Volunteer im Schuljahr 2016/2017.

Erasmus+ Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser/die Verfasserin; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

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