Ein Tag in der Freien Schule Linz

Mein Bus kommt um 7:55 an der Haltestelle an. Wie jeden Tag steigt ein Mitschüler von mir mit aus. Wir gehen Richtung Schule.

Ich bin Irene, 13 Jahre alt und Schülerin der Freien Schule Linz. Ich will euch einladen, mich einen Tag lang zu begleiten und den Schulalltag kennenzulernen.

In der Schule angekommen, gehe ich in den Seku(h)raum, ein Zimmer, in dem sich Schüler ab 12 Jahren zum Lernen zurückziehen können. Dort schreibe ich meine Reflexionssätze.

In den Reflexionssätzen erzählen die Sekundarier (alle Kinder ab 12), was sie am Tag gemacht haben. Dies dient dazu, sich selber besser einschätzen zu können und zu wissen, was einem hilft oder aufhält.

Die SchülerInnen dürfen selber entscheiden, ob sie Ihren Bericht einem Lernbegleiter zeigen wollen.

Nachdem ich alles geschrieben habe, schaue ich in unserem Briefkasten nach, ob ich Post erhalten habe. Im Rollenspielbereich steht ein Postkasten, in den die Kinder Briefe einwerfen können, die sie sich gegenseitig schreiben. Auch ich erhalte zwei Nachrichten. Eine von Stephie, eine unserer BetreuerInnen, die seit einiger Zeit ab und zu mit mir auf Englisch schreibt. Und eine von Katarina, eine Freundin von mir. Kaum habe ich die beiden Briefe beantwortet, beginnt das tägliche Matheangebot.

Wir Sekundarier haben jeden Tag ein Angebot, einen Monat lang Mathe und im nächsten dann z.B. Deutsch. Jede von uns arbeitet an ihrem eigenen Tisch, und ich konzentriere mich während dieser Stunde nur auf Mathe. Egal, was ich nicht verstehe, Stephie erklärt es mir und gibt mir viele nützliche Tipps.

Heute findet danach auch noch ein Zeichenangebot statt. Dieses hat Virginia für uns vorbereitet. Virginia fordert uns auf, ein beliebiges Tier aus dem Gedächtnis zu malen.

Dazu spielt sie die Laute der Tiere, die wir zeichnen, vor. Das klingt aber so lustig, dass die Hälfte der anwesenden SchülerInnen bis zum Ende der Tonaufnahmen nur gelacht hat!

Ich suche mir als Motiv eine Elefantenkuh mit ihrem Kalb aus.

Zeichnen macht hungrig, also gehe ich danach in die Küche um zu jausnen.

Ich esse zusammen mit Johanna. Nachdem wir gegessen haben, ist es schon 11:50 und der „Aufräumgong“ wird geschlagen.

Da mein Zug etwas später fährt als der der anderen, gehe ich eine Viertelstunde nach den letzten Schülern zum Bahnhof.

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