Buchrezension: Wie wir Schule machen

Jetzt denken Sie bestimmt, ich will Ihnen erzählen wie wir bei uns in St. Georgen Schule machen. Ätsch, Pustekuchen! Ich möchte über ein Buch schreiben, das ich kürzlich gelesen habe:

Titel: Wie wir Schule machen
Lernen, wie es uns gefällt
von: Alma de Zárate, Jamila Tressel, Lara-Luna Ehrenschneider
Erschienen ist es bereits im Februar 2014; ich bin erst kürzlich darüber gestolpert. Die drei Schülerinnen (zum damaligen Zeitpunkt 13, 14 und 15 Jahre alt) wurden von der Direktorin ihrer Schule gefragt, ob sie ein Buch über Schule schreiben wollten, aus ihrer Sicht, also, wie Kinder oder Jugendliche sich Schule wünschen würden. Finden Sie bereits, dass es doch reichlich komisch anmutet, Kinder zu fragen, wo wir Erwachsene doch viel besser wüssten, wie das sein muss? Noch dazu ein ganzes Buch, Hardcover, mit buntem Foto drauf?

Ich schon ein bisschen, darum habe ich mir das Buch dann auch gekauft, gelesen und kann darüber schreiben, was mir gut gefallen hat, und auch, was ich vermisse.

Das Buch besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil beschreiben die drei Schülerinnen, wie das Buch entstanden ist, und wie die drei, die sich vorher noch nicht kannten, ein Buch darüber schreiben, wie sie sich Schule vorstellen, die funktioniert und Spaß macht. Um darüber zu schreiben, haben sie einen Fragebogen, sozusagen ein Gegenstück zur Pisa-Studie erstellt. Dieser ist auch im Buch angehängt. Einer der Hintergedanken ihres Tests war, herauszufinden, welche Schule führend in Neugier ist. Leider gibt es keine Auswertung, der gesamte Buchinhalt ist jedoch gespickt mit Zitaten von Schülerinnen und Schülern, die den Fragebogen ausgefüllt hatten. Ein Beispiel:

„‘Ich erlebe die Lehrer als autoritär und sehr distanziert. Wenn man mich nach Besonderheiten an meiner Schule fragt, sage ich: Es gibt keine’, Schüler, 12“

Im zweiten Teil des Buchs beschreiben die drei Autorinnen ihre Schule. Ich hatte geschrieben, dass die drei sich zusammengefunden hatten, weil die Direktorin in der Schulversammlung gefragt hat, wer Interesse daran hätte, ein Buch zu schreiben. Hier wird bereits ersichtlich, dass es sich bei der Schule, der evangelischen Schule Berlin Zentrum, um keine 0815-Schule handelt. Diese Schule ist eine der "Vorzeigeschule" Deutschlands, die für ihr Lernkonzept mehrfach ausgezeichnet wurde. Es wird beschrieben wie ein Schultag an der Schule aussieht, was es mit der Herausforderung auf sich hat, was ein Lernbüro ist und wie das mit dem Projekttag ist.

Zusätzlich zu den gut in den Fließtext passenden Zitaten aus der Studie gibt es im Buch einige Zwischenrufe von Erwachsenen wie der Schulleiterin Margret Rasfeld, dem Neurobiologen Gerald Hüther und Volker Kefer, einem Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn. Dort legen sie dar, wie sie die Schülerinnen und Schüler der Berliner Schule wahrgenommen haben und wahrnehmen.

Eine persönliche Meinung. Im Buch ist mir zu kurz gekommen, wie Jugendliche zu den Herausforderungen und Projekten kommen. Ob sie sich diese selbst suchen, oder ob hier doch Erwachsene Ideen haben und den Jugendlichen „aufs Auge gedrückt werden“.

Ein abschließendes Zitat und eine absolute Leseempfehlung:

„‘Im Inneren, im Unterbewusstsein wissen viele, dass falsch ist, was sie tun. Dass Schule anders möglich ist. Aber viele denken auch, um etwas zu ändern, muss man sich so viel Mühe machen und Energie aufwenden, und am Ende klappt es dann doch nicht. Aber wir sind da, allen zu zeigen, dass es geht. ’, Rosa, 14“

Wollen Sie dieses Buch auch lesen? Wir haben es in unserer Elternbibliothek und verleihen es gerne wenn Sie uns einmal besuchen kommen.

Kaufen können Sie das Buch, zB hier:
https://www.buch7.de/store/product_details/1021944953

Weiterführende Informationen zur Evangelische Schule Berlin Zentrum finden Sie hier:
http://www.ev-schule-zentrum.de

Geradenoch eben ist mir der Blog einer der drei Autorinnen in die Finger geraten. Dessen Adresse will ich auch nicht verheimlichen. Dort verrät sie einiges über Herausforderungen, und wie man da rangeht:
http://dieschuelerin.blogspot.de

Florian ist Vater zweier Kinder von denen eines die Freie Schule besucht

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